Wort des Generalsekretärs
Das Wort des Generalsekretärs vor der ersten Messrunde: warum der Abstand zwischen Wahrnehmung und Befund gemessen wird und warum Befunde im offenen Zugang erscheinen.
Was in einer Gesellschaft als Mehrheitsmeinung gilt, wird meist vorausgesetzt und nicht erfragt. Dabei lassen sich die Annahme darüber, was die Mehrheit denkt, und das, was die Mehrheit tatsächlich denkt, getrennt messen; der Unterschied zwischen beidem ist kein Eindruck, sondern eine Größe, die sich als Zahl ausweisen lässt. IRISP® wurde gegründet, um diesen Unterschied zu messen.
Gegenstand des Instituts ist nicht, wer recht hat, sondern der Abstand zwischen Wahrnehmung und Befund. Ein Risiko kann für größer gehalten werden, als es ist, eine Institution für weniger vertrauenswürdig, eine Meinung für verbreiteter. Solange dieser Abstand nicht festgehalten wird, läuft die öffentliche Debatte auf Annahmen; ist er festgehalten, wird zumindest über eine gemeinsame Zahl gestritten.
Deshalb erscheint jeder Befund aus dem eigenen Programm des Instituts im offenen Zugang — zusammen mit Instrument, Stichprobendefinition und Methodennotiz. Messinstrumente werden vor der Veröffentlichung von einem vom Vorstand unabhängigen Gremium geprüft. Das Ergebnis beauftragter Studien verbleibt bei der auftraggebenden Einrichtung; die Methode ist in jedem Fall dieselbe und durchläuft dieselbe Prüfung.
Die erste Messrunde beginnt im letzten Quartal 2026. Alles, was bis dahin erscheint, ist programmatisch oder methodisch: Das Institut berichtet noch nicht, was es gefunden hat, sondern wie es messen wird. Für die ersten Befunde gilt dieselbe Regel — eine Zahl, die ohne ihre Methode veröffentlicht wird, gilt nicht als Befund dieses Instituts.
Alptürk KAYA
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