Register
Ein Register jener Arbeiten, die die Massenüberzeugung zu einem denkbaren Gegenstand machten — von der Entdeckung der Masse bis zur Selbstkategorisierungstheorie.
Das Institut veröffentlicht dieses Register, weil sein eigener Gegenstand keine Erfindung der Gegenwart ist. Was eine Gesellschaft über sich selbst glaubt und was sie zu glauben meint, dass andere glauben, wird seit über einem Jahrhundert bearbeitet — unter den Namen Massenpsychologie, öffentliche Meinung, Propagandaanalyse, Kritische Theorie und experimentelle Sozialpsychologie.
Jeder Eintrag benennt den Begriff, den das Feld von ihm übernimmt. Dies ist eine Karte eines Feldes, keine Leseliste und keine Bibliographie.
5
Die Generation, die die Masse als psychologischen Gegenstand entdeckte. Suggestion, Nachahmung und die Auflösung des Individuums in der Gruppe gingen von hier direkt in die Praxis über.
7
Jene, die die Massentheorie zum Beruf machten — und ihre ersten Kritiker. Die Erzeugung von Zustimmung, das Pseudo-Ereignis und die geheimen Verführer gehören zu dieser Linie.
13
Das empirische Programm, das Propaganda messbar machte: Inhaltsanalyse, Panelstudien, Laborexperimente — und die medienzentrierte Gegenströmung aus Toronto.
8
Die europäische Tradition, die Propaganda nicht als Abweichung, sondern als den Normalbetrieb der technischen und kulturellen Ordnung liest.
10
Jene, die mit Zeugnis, Philologie und Kriegsnachrichtenanalyse herausarbeiteten, was das totalitäre Regime mit der Sprache tut — und die untersuchten Praktiker.
8
Die Linie, die die Bindung zwischen Führer und Masse als libidinöse Struktur fasst; sie reicht von Freud bis zur Theorie des erwählten Traumas und der Großgruppenidentität.
13
Der Abschnitt, in dem Überzeugung, Gehorsam, Konformität und Gruppenidentität im Labor und im Feld geprüft wurden — das wissenschaftliche Gegenstück zur „Gehirnwäsche“-Debatte.
Sieben Schulen, je ein bestimmendes Werk pro Eintrag. Ein Kanon ist stets eine Behauptung darüber, was zählt; diese ist die des Instituts und lässt sich anhand des Registers bestreiten.
Hat ein Text mehrere Daten — im Gefängnis geschrieben und später gedruckt oder zuerst französisch statt deutsch erschienen — gilt die erste tatsächliche Veröffentlichung.
Zwei Einträge stehen in der Literatur als untersuchte Seite, nicht als Theoretiker. Sie tragen die Kennzeichnung Praktiker; die Unterscheidung zählt, wenn das Register zitiert wird.
Dort, wo die eigene Frage des Instituts beginnt. Pluralistische Ignoranz und Schweigespirale kommen darin nicht vor — genau diese Lücke ist der Grund für das Institut und wird auf der Institutsseite dargelegt.
Namen, Daten und Werktitel sind sprachunabhängig und werden wie veröffentlicht wiedergegeben; Schulbeschreibungen und der übernommene Begriff stehen in der Sprache dieser Seite.